, Orlando Pajarola

Gemütlich in den Bergen unterwegs sein, Zeit haben

Eine kurze Verschnaufpause auf dem Weg zur Carschinahütte (Foto: Orlando Pajarola)

Die imposante Sulzfluh thront hoch über dem bündner Valserdorf St. Antönien. Gut ausgebaute Wanderwege im sogenannten Gebiet Rätikon versprachen dem Motto dieser Männerriegenreise in jeder Hinsicht gerecht zu werden.

Das nasskalte Wetter liess die Bergwelt vorerst im Nebel, Regen und Schnee verschwinden. Treu dem Leitgedanken «gewandert wird bei jedem Wetter» trotzten die Männerriegler und ihre Begleiterinnen am Samstag Vormittag den widrigen Bedingungen, marschierten in Richtung Sulzfluh Südflanke und frönten sich angeregt geführten Unterhaltungen. Der verdiente Mittagshalt in der leicht verschneiten Carschinahütte auf 2'236 m ü. M. bot Erholung pur und Spezialitäten wie Pizokels, Gersten-, Gulasch und Steinpilzsuppen. Die Wetterlage beruhigte sich im Laufe des Nachmittags vorübergehend und offenbarte nach und nach eine wunderbare Sicht in die umliegenden Berge. Der vorabendliche Apéro fand zur Krönung des Tages bei herrlichem Sonnenschein statt.

Gemütlichkeit bot in erster Linie das Berggasthaus Sulzfluh. Die heimelige, mit Petroleumlampen und Kerzen stimmungsvoll beleuchtete Gaststube lud zum geselligen Verweilen ein. Kulinarisch verwöhnt wurde die Wandergruppe mit bodenständigen und hervorragend zubereiteten, lokalen Gerichten. Nostalgische Zimmer - wie aus Gotthelfs Zeiten - mit viel Holz, kleinen Fenstern und romantischem Kerzenlicht, bürgten trotz ringhöriger Wände und knarrender Dielen für erholsamen Schlaf.

Die geplante Wanderung hinauf zur Tilisunahütte im benachbarten Montafon musste am Sonntag aufgrund heftigen Schneefalls aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Ungeachtet dessen unterhielten sich die Ausflügler beim reichhaltigen Früstück prächtig. 

Der sportliche Leiter Benno Stocker meinte in seiner Dankesrede augenzwinkernd: «Das von unserem Organisator Roman Bütler bestellte schöne Wetter wird mit etwas Verzögerung bis spätestens am Mittwoch nachgeliefert. Für seine Bemühungen kriegt er trotzdem eine blanke Sechs!»  

Text: Orlando Pajarola

September 2019