, Pajarola Orlando

Urtümliches Skifahren auf Fassdauben

Der Wintersporttag 2021 bedeutete für viele seiner Mitglieder so etwas wie ein «Licht im langen Covid-19-Tunnel».

Die Gastfreundschaft der Entlebucher Bergbahnen Sörenberg ermöglichte den Organisatoren, einen Vereinsanlass der ganz speziellen Art zu realisieren: ein Fassdauben-Training. Das detaillierte Covid-19-Schutzkonzept und die unterzeichnete Vereinbarung für Trainingspisten waren Voraussetzung für die Nutzung der eigens dafür hergerichteten Piste in der Nähe des Schlepplifts Rischli-Brunnenboden. Mit der Unterstützung emsiger Helfer war das Trainingsgelände am frühen Samstagmorgen schnell eingerichtet. Ein spektakulärer Starthang versprach viel Nervenkitzel und Schwung für den flachen Mittelabschnitt und den etwas steiler abfallenden Zielhang. Der einladende Take-Away-Stand sorgte mit warmen, nicht alkoholischen Getränken und lokal hergestellten Spezialitäten wie Nussgipfel, Bratwurst und Mutschli für das leibliche Wohl der Athleten. Selbst das Wetter bescherte dem Anlass wider Erwarten eine freudige Überraschung. Während das Sturmtief «Luis» vieler Orts mit orkanartigen Windböen von weit über 100 km/h für Furore sorgte, blieb das Trainingsgelände vom Wind verschont. Viel Sonnenschein und angenehme Temperaturen sorgten für ideale Trainingsbedingungen.

Der Ablauf für die Trainingsgruppen mit jeweils vier bis sieben Teilnehmern war gemäss Schutzkonzept straff organisiert und zeitlich genau eingeteilt. Einer zehnminütigen, fachmännischen Einführung mit sorgfältiger Auswahl der ungewohnten Ausrüstung folgte das einstündige, harte Training. Jeweils beim letzten Trainingslauf wurde die Zeit gemessen. Eine weitere Stunde war abschliessend für die Stärkung am Take-Away Stand reserviert. Vor und nach der Trainingseinheit war freies Skifahren (mit zeitgemässer Ausrüstung) angesagt.

Die Vertreter der Männerriege, die «Weltcup-Fahrer», fanden als erste Gruppe eisige und schwierig zu befahrende Pistenverhältnisse vor. Zwei, drei schmerzhafte Stürze und seltsam verdrehte Gliedmassen waren die Folge. Für die jugendliche Schar der Geräteriege, die «Disco Dancers», war die Aufgabe zunächst nicht einfacher, doch schienen sie bereits von einer leicht aufgeweichten Piste profitieren zu können. Die Damen des Aerobic Teams, die «Kaffizwätschgen-Lisis», gingen das Unterfangen eher vorsichtig an. Die mittlerweile sulzigen Schneeverhältnisse sorgten anfänglich für die eine oder andere ungewollte Pirouette und eine abgebrochene Slalomstange. Der Abschluss bildeten die Leichtathleten mit dem Team «LARiba, ándale, ándale, ándale!», welche die heikle Aufgabe von Beginn weg – nomen est omen – athletisch anpackten. Während die Trainierenden zunächst mit Material und Pistenbeschaffenheit zu kämpfen hatten, erweckten sie schliesslich verstärkt den Eindruck einer verschworenen Einheit mit Fassdauben und Haselstecken. Sie alle meisterten das keinesfalls einfache Skifahren auf Fassdauben hervorragend.

Selbstredend wurden diese grossartigen Leistungen ausgezeichnet. Leckere Preise, aus liebevoll zusammengestellten, regionalen Köstlichkeiten gingen an jede teilnehmende Gruppe, an die drei Trainingsschnellsten Christian Widmer, Pascal Frei und Franziska Renggli und schlussendlich an die Gruppe mit dem originellsten Fassdauben-Outfit, den «Kaffizwätschgen-Lisis». Die Teilnehmer werden ihre Preise gemeinsam geniessen können, sobald die pandemische Lage ein persönliches Treffen wieder zulässt.